Mittwoch, 20. September 2017

Wir im Katastrophenschutz

Was bedeutet Katastrophenschutz?

Katastrophenschutz (kurz: KatS) bedeutet, die für die Abwehr oder Begrenzung von Katastrophen notwendigen Maßnahmen vorzubereiten sowie Katastrophen und schwere Gefahrenlagen unter Anwendung von Notfallplänen wirksam zu bekämpfen. Nach dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Artikel 70) ist die Gefahrenabwehr im Katastrophenfall Aufgabe der Bundesländer. Die Bundesrepublik stellt den Ländern zur Wahrnehmung dieser Aufgaben Mittel bereit und ergänzt den KatS der Länder durch das Aufstellen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW).

Im Ernstfall geht es darum, auf eindeutiger rechtlicher Grundlage mit Hilfe einer klar gegliederten, funktionstüchtigen organisatorischen Konzeption unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen der Katastrophenabwehr einzuleiten. 

 

Wer gehört zum KatS?

Katastrophen werden vor Ort von den öffentlichen und privaten Katastrophenschutz- und Hilfeleistungsorganisationen bekämpft. Hierzu gehören die Gemeinden mit ihren Feuerwehren, der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser-Hilfsdienst, die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft und das Technische Hilfswerk. Die über 10.000 ehrenamtlichen Helfer/innen in den Einheiten des Katastrophenschutzes sowie die über 50.000 Feuerwehrmitglieder sind die tragende Säule des Katastrophenschutzes in Schleswig-Holstein.

Als öffentliche Einrichtung ist auch unsere Feuerwehr neben den bereits genannten Hilfsorganisationen in den KatS mit eingebunden.


 

Rücken im KatS-Fall alle Kamerad(inn)en der Freiwilligen Feuerwehr Altenholz aus?

Nein, denn auch vor Ort muss das Leben ja weitergehen und der Schutz der Bevölkerung muss ständig gewährleistet sein. Nur einige Kamerad(inn)en unserer Wehr haben sich freiwillig für den KatS aufstellen lassen. Dem gesetzlichen Auftrag der Gemeinde Altenholz gemäß dem Brandschutzgesetz wird damit Rechnung getragen. Die Altenholzer Feuerwehrleute gehören zur 1. Feuerwehrbereitschaft Wasserförderung SEG - 2. Zug des Landkreises Rendsburg-Eckernförde, welcher von unserem Zugführer Dirk Schröder geleitet wird. Sein Stellvertreter ist der Kamerad Carsten Schröder (Neuwittenbek).  

Auch Kamerad(inn)en und Technik des Katastrophenschutzes aus den Freiwilligen Feuerwehren Büdelsdorf, Großkönigsförde und Söby-Holzdorf sind in den 2. Zug integriert. Im Zug fahren zwei Löschgruppenfahrzeuge (LF), zwei Truppfahrzeuge (Rüstwagen, GW Nachschub), ein Führungsfahrzeug (ELW) und ein Feldkochherd als Anhänger. Diese Zusammenstellung ist genaustens durchdacht, denn die Einheiten könnten im Ernstfall durchaus auf sich allein gestellt sein. Dank der gezielten Kombination sind sie in der Lage, in einem Katastrophengebiet völlig autark zu agieren und sich selbst zu versorgen!

Die letzten Katastrophenschutzeinsätze waren im November 2010 in Behrensdorf bei Plön zur Deichsicherung und im Juni 2013 beim Elbehochwasser in Sachsen-Anhalt. 

 

 

Wie ist der KatS in unserem Landkreis aufgestellt?

Der Kreisfeuerwehrverband hat die Feuerwehrbereitschaften wie folgt strukturiert:

  • 1. Feuerwehrbereitschaft Wasserförderung (Schnelleinsatzgruppe)
  • 2. Feuerwehrbereitschaft Wasserförderung (Schnelleinsatzgruppe)
  • 3. Feuerwehrbereitschaft Technik
  • 4. Feuerwehrbereitschaft Allgemein
  • 5. Feuerwehrbereitschaft Allgemein
  • 6. Feuerwehrbereitschaft Wassertransport
  • Logistikgruppe des Kreises Rendsburg-Eckernförde

Grundsätzlich besteht eine Feuerwehrbereitschaft aus einer Führungseinheit (mindestens 1/1/2) mit drei Zügen (66 bis max. 90 Personen) und der Logistikkomponente, um einen eigenständigen Einsatz zu ermöglichen. Die Feuerwehrbereitschaft kann durch eine Wassertransportkomponente ergänzt werden. Die ABC-Feuerwehrbereitschaft wurde hier herausgenommen, da der Kreis Rendsburg-Eckernförde den Löschzug-Gefahrgut unterhält. 

 

 

Feuerwehrbereitschaften können auch außerhalb des eigenen Bundeslandes eingesetzt werden. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist es die 1. und 2. Feuerwehrbereitschaft. In den beiden Bereitschaften gibt es speziell auf den KatS-Einsatz ausgelegte Fahrzeuge, diese werden überwiegend aus Geldern des Landes oder des Bundes finanziert. Um die hohen Investitionen in der Lebensdauer optimal nutzen zu können, gestattet das Land und der Bund die Nutzung in den jeweiligen Feuerwehren für den täglichen Einsatz in der Gemeinde. Im Gegenzug verpflichten sich die Freiwilligen Feuerwehren, bei denen die Fahrzeuge stationiert werden, jederzeit ausgebildetes Personal zu stellen, auch für überörtliche Einsätze über mehrere Tage. Ein Vorteil dieser Normung ist, dass die Zusammenarbeit bei Einsätzen in anderen Bundesländern ohne technische Probleme erfolgen kann.

Jetzt fehlen nur noch Fahrzeuge die auch neuem Standard gerecht werden. Die Überalterung der Bundes- und Landesfahrzeuge im Kat-S ist kein Geheimnis. Dabei sei auch auf unser Löschgruppenfahrzeug 16/TS - Florian Rendsburg 20/45/1 veriwesen. Es wurde bereits im Jahr 1964 in Dienst gestellt.